Spree Hauptroute - Berliner Innenstadt über die Spree von Ost nach West

Diese Bootstour durch Berlins Innenstadt nimmt pro Richtung etwa 1,5 Stunden in Anspruch (ca. 2 Stunden bei Verlängerung bis zum Hansaviertel). Sie passieren folgende Sehenswürdigkeiten auf dem Weg (von Ost nach West):

Insel der Jugend

Als erste Wegmarke dieser Bootsfahrt liegt die Insel der Jugend in der Treptower Spree im Bezirk Treptow. Anno 1896 hieß die Insel noch, in Anlehnung an das darauf befindliche Restaurant (welches im Stil einer schottischen Klosterruine gebaut wurde), Abteiinsel. Das Gebäude brannte 1914 komplett ab. Die auch heute noch wunderbar erhaltene Abteibrücke (siehe Bild rechts) wurde 1915 erbaut und ist die erste in Deutschland gebaute Stahlverbundbrücke.

In der Nachkriegszeit wurde die Insel dann in Insel der Jugend umbenannt. In den 70er Jahren wurden am Ufer der Insel auf einem alten Schleppkahn bereits die ersten Partys gefeiert. Auf der Insel selbst fanden vor allem Konzerte statt. Viele bekannte DDR-Bands gaben sich hier auf zum Teil kostenlosen Konzerten die Ehre. Ab 1984 wurde diese Party- und Konzerttradition dann vom Jugendclub INSEL übernommen. Bis heute sind hier im Sommer u. a. ein Freiluftkino und immer wieder kleinere Konzerte zu finden.

2010 wechselte der Name der Insel dann in das schlichte Insel Berlin. Folgen wir auf unserer Bootsfahrt der Spree nun weiter Richtung Innenstadt, passieren wir den Treptower Hafen auf der Backbordseite und fahren unter der Elsenbrücke hindurch.


Molecule Men

Die Molecule Men befinden sich (von Ost nach West gesehen) direkt hinter der Elsenbrücke und sind ein 1999 erbautes Monomentalkunstwerk von Jonathan Borofsky. Sie befinden sich zwischen der Elsenbrücke und der Hoppetosse bzw. dem Badeschiff, welche wiederum direkt vor der Arena liegen.

Die drei etwa 30 m hohen Männerfiguren bestehen aus gelochtem Aluminium und stehen sich in der Mitte gegenüber. Das ganze Gebilde wiegt etwa 45 Tonnen. Der Bildhauer war fasziniert von der Symbolkraft von Molekülen, die in seinen Kunstwerken durch die Löcher in den Figuren symbolisiert werden. Bereits 1977 fertigte er die ersten Molekül-Skulpturen in Los Angeles. Der Standort und die Anordnung der Figuren haben hohen Symbolwert: Hier treffen die drei Bezirke Treptow, Friedrichshain und Kreuzberg - sowie der wiedervereinigte Westen und Osten Berlins aufeinander.


Hoppetosse und Badeschiff

Der Name Hoppetosse stammt aus den Büchern der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren. In ihren Büchern ist die Hoppetossa (umgangsprachlich Frosch oder auch Irrlichter) der Name des Schiffs von Efraim Langstrumpf, dem Vater der uns allen bekannten Pippi Langstrumpf. Die Hoppetosse ist das Restaurantschiff und gehört genau wie das Badeschiff zur Arena Berlin (und ist die nächste Wegemarke unserer Bootsfahrt durch Berlin). Das Badeschiff ist ein zum Schwimmbad umfunktionierter Schleppkahn. Genau genommen handelt es sich um den Mittelteil eines ehemaligen Schleppverbandes, dessen Innenleben mit Schwimmbadtechnik ausgestattet wurde.

Im Sommer erfreuen sich das Bad und die dazu gehörige Strandbar (mit Sandstrand) größter Beliebtheit. Das Becken ist 32,50 m lang und 8,20 m breit. Das Wasser hat etwa 24 Grad Celsius. Wenn Sie bei Ihrer Bootstour versuchen, sollten einen kurzen Sprung ins blaue Nass zu vollführen, werden Sie sehr schnell Bekanntschaft mit den Trillerpfeifen der sehr aufmerksamen Bademeister machen.

Auch für die kalte Jahreszeit haben sich die Betreiber etwas einfallen lassen. Das sogenannte Winterbadeschiff erhielt 2007 den BDA-Architekturpreis. Becken und Steganlage werden im Winter mit einer Kiefernholzkonstruktion versehen, welche mit einer mehrwandigen PVC-Membran überzogen wird. Unter der Abdeckung befinden sich dann ein Saunabereich mit zwei Saunen, das Schwimmbecken, eine Bar und der Ruhebereich. Das Badeschiff ist bei einer Bootstour durch Berlin auf jeden Fall einen näheren Blick wert (Tiefgang des Bootes eher unproblematisch).


Media Spree Berlin

Dieser Begriff bezeichnet eines der größten und umstrittensten Investorenprojekte der Hauptstadt. Es geht dabei um den etwa 3,7 km langen Raum (an beiden Uferseiten der Spree) zwischen Elsenbrücke (im Osten), Oberbaumbrücke, Schillingbrücke, Michaelbrücke und Jannowitzbrücke (im Westen).

An den Ufern befinden sich neben unbebautem Gelände vor allem Industrie- und Gewerbebauten aus dem vorletzten Jahrhundert. Prominenteste Beispiele finden sich am Osthafen und der East Side Gallery. Hier sollen in Zukunft überall Bürogebäude, Luxuswohnungen und andere Neubauten entstehen.

Zum großen Leidwesen eines großen Teils der Berliner Bevölkerung verdrängt dieses Investorenprojekt u. a. einige der teilweise weltweit bekanntesten Strandparty-Locations von Berlin. Die Bar 25 beispielsweise war wohl einer der angesagtesten und spektakulärsten Techno-Clubs der Berliner Party-Szene. Sie wurde nach ihrer Schließung im September 2010 zu einem Symbol eines fortschreitenden Umstrukturierungsprozesses großer Teile der Hauptstadt. Gerade in der Nacht war die Bar ein echter Hingucker auf jeder Berliner Bootsfahrt.


Oberbaumbrücke

Die zweifelsfrei schönste Brücke Berlins verbindet mit ihren 150 m Länge die Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg und folgt auf unserer Bootstour Spreeaufwärts direkt hinter der Oberschleuse (welche auf der Backboardseite über den Flutgraben in den Landwehrkanal führt). Ihr Bau im Jahre 1894 verschlang damals 2 Mio Goldmark und wurde von Stadtbauinspektor Pinkenburg und dem Architekten Otto Stahn geleitet. Unter dem Bahnviadukt der Brücke befindet sich ein Fußgängertunnel, der optisch einem mittelalterlichen Kreuzgang nachempfunden wurde. Den mittleren Brückenbogen schmücken zwei 34 m hohe Türme, welche die ehemalige Funktion des Oberbaums als Berliner Wassertor symbolisieren. Die unterschiedlichen Reliefs der Turmspitzen tragen den Berliner Bären und den Brandenburgischen Adler. Adolf Hitler ließ die Brücke 1945 teilweise sprengen um den Vormarsch der Russen zu stoppen. Dabei wurde der mittlere Torbogen vollständig zerstört. Die in der Nachkriegszeit mit einer Stahlkonstruktion eher notdürftig reparierte Brücke war die Grenze zwischen sowjetischem Sektor im Osten und amerikanischem Sektor im Westen Berlins. Nach der Wiedervereinigung wurde die Brücke 1995 für 70 Mio DM wieder als geschichtsträchtiges Symbol Berlins restauriert.


O2-World

Direkt hinter der Oberbaumbrücke Spreeaufwärts auf der Steuerbordseite befindet sich der nächste Hin- oder Weggucker unserer Berlin Bootstour. Die 2008 eröffnete O2-World ist mit 17.000 Sitz- und Stehplätzen die zweitgrößte multifunktionale Veranstaltungshalle Deutschlands. Hier sind sowohl der Eishockeyverein Eisbären Berlin als auch der Basketballverein Alba Berlin zu Hause. Neben Veranstaltungen jeglicher Art (z. B. MTV Europe Music Award) finden in der Halle vor allem Konzerte und Sportevents jeglicher Art statt. Die O2 World ist ein zentraler Teil des Media Spree Projektes und sorgte in den letzten Jahren u. a. mit ihren großen Werbemonitoren und dem eigenen Steg (zu dessen Gunsten ein Stück der denkmalgeschützten Eastside Gallery Mauer weichen musste) für reichlich Proteste. Folgen wir der Spree nun weiter an der East Side Gallery entlang, passieren wir auf Steuerbord einige Strandbars - den Oststrand und das Yaam und auf Backbord das Spindler & Klatt. Direkt hinter der Schillingbrücke folgt rechterhand das Radialsystem und das ehemalige Gelände der Bar 25, welche nun genau gegenüber ihren neuen Zufluchtsort gefunden hat: KaterHolzig (Näheres zu allen Bars auf unserer Gewässerkarte). Das benachbarte Kiki Blofeld hat leider auch in 2010 für immer die Pforten schließen müssen. Gerade für Bootsfreunde eine "ganz traurige Nummer", da das Blofeld eine der wenigen Strandbars in Berlin mit Bootsanleger war.


Fischerinsel

Direkt hinter der Jannowitzbrücke führt unsere Berlin Bootsfahrt geradewegs zur Mühlendammschleuse (siehe Berliner Wasserstraßen) und links davon zur Fischerinsel. Die Bezeichnung Fischerinsel steht für den Teil der Spreeinsel, der sich südlich der Gertraudenstraße befindet. Hier stehen heutzutage vor allem Hochhäuser. Anno 1237 bis 1709 war dieses Fleckchen Erde noch kein offizieller Teil von Berlin. Von da an war es jedoch die Heimat der eher besser situierten Berliner Fischerfamilien (und Schifferfamilien). In den Jahren 1967 – 1972 wurden alle Gebäude (u. a. 30 Denkmäler) und das alte Straßennetz auf der Fischerinsel abgerissen, um DDR-Standardwohnhochhäusern zu weichen. Dabei handelt es sich um den Typ WHH GT 18. Mit seinen bis zu 296 Wohnungen gehört es zu den größten Typenbauten der DDR. Die Insel ist über die Mühlendammbrücke im Osten an das Berliner Zentrum angeschlossen. Ihr bekanntester Bewohner war wohl der Kaufmann Hans Kohlhase, den Heinrich von Kleist einst als "einen der rechtschaffensten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit" bezeichnete.


Nikolaiviertel

Das Nikolaiviertel – mit der um das Jahr 1200 erbauten Nikolaikirche (einer spätromantischen Festbasilika) – ist Berlins ältestes Wohngebiet. Auf unserer Bootstour folgt es direkt hinter der Mühlendammschleuse und der Mühlendammbrücke. Um die Kirche entwickelten sich damals zwei Siedlungen (Cölln und Berlin) die über den Mühlendamm miteinander verbunden waren. Das Jahr 1237 gilt als das Geburtsjahr Berlins, da von diesem Zeitpunkt an beide Städte zusammenwuchsen (1307 offizielle Vereinigung zur Doppelstadt Berlin-Cölln). Die Kirche wurde 1264 zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut (weitere Veränderungen folgten). Im Jahr 1870 wich der alte Turm der Kirche (Hauptmerkmal des alten Stadtzentrums) einem neugotischen Doppelturm. Während Berlin sich immer weiter vergrößerte, blieb das Nikolaiviertel weitestgehend unverändert der Wohnort von Handwerken, die in den engen Gassen ihrer Arbeit nachgingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war nach etlichen Bombardierungen nichts mehr vom Viertel übrig geblieben. Erst 1987 nahm man sich vor, den alten Stadtkern gemäß seiner historischen Bedeutung wiederherzustellen. Das Ergebnis gilt als umstrittenen, da beim Wiederaufbau ein starker touristischer Fokus in die Planung einfloss: Vorhandene Gebäude wurden restauriert und Neubauten mit teilweise historischen Fassaden wurden hinzugefügt. Die Rekonstruktionen der Bürgerhäuser hinter der Kirche gelten als originalgetreu. Die Kirche wurde bis auf die Turmhelme in den Zustand vor ihrer Zerstörung zurückversetzt. Das Gasthaus "Zum Nußbaum", in dem einst bekannte Künstler wie Heinrich Zille und Claire Waldoff zu Gast gewesen waren, wurde nach seiner Zerstörung auf der Fischerinsel am Nikolaiplatz originalgetreu nachgebaut.


Berliner Dom

Der Berliner Dom (korrekt: Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin) gehört zu den wichtigsten protestantischen Kirchenbauten Deutschlands. Die Kirche liegt zum Greifen nah an der Spree. Sie wurde 1894 bis 1905 nach den Plänen von Julius Raschdorff auf der Spreeinsel im heutigen Bezirk Mitte erbaut (angelehnt an Hochrenaissance und den Barock). Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und besteht aus Predikt-, Tauf- und Traukirche. Von 1536 bis 1916 wurden Mitglieder des ehemaligen preußischen Königshauses (die Hohenzollern) in der Gruft der Kirche bestattet. Heutzutage finden unter der großen Kuppel Gemeindegottesdienste und wichtige politische Ereignisse statt. Der Haupteingang ist direkt am Berliner Lustgarten zu finden. Unsere Bootstour durch Berlin geht weiter Spreeaufwärts an der Museumsinsel mit ihren zahlreichen Attraktionen vorbei.


Museumsinsel

Die Museumsinsel liegt am nördlichen Ende der Spreeinsel. Sie wurde 1999 aufgrund ihrer einzigartigen kulturellen und baulichen Eigenschaften von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Sie ist das Zentrum der Berliner Museums- und Kulturlandschaft und eine der weltweit bedeutendsten Museumskomplexe. Im Jahr 1810 beschloss Friedrich Wilhelm II. "eine öffentliche, gut gewählte Kunstsammlung" anzulegen. Zwölf Jahre später legte Karl Friedrich Schinkel Pläne für eine Umstrukturierung der Spreeinsel vor. Diese beinhalteten neben Museen auch mehrere Brücken und die Begradigung des Kupfergrabens. Ersteres wurde von einer Kommission unter der Leitung von Wilhelm von Humboldt geleitet: Im Jahr 1830 entstand das Alte Museum, 1859 das königlich preußische Museum (Neues Museum), 1876 die Nationalgalerie (Alte Nationalgalerie), 1904 das Kaiser Friedrich Museum (Bode Museum) und 1930 das Pergamonmuseum, welches wiederum das Deutsche Museum, eine Antikensammlung (u. a. mit dem Pergamonaltar), das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst beherbergt. Die meisten der Museen wurden im zweiten Weltkrieg zerstört. Die Gesamtinstandsetzung wurde erst 1999 nach der Wiedervereinigung begonnen. Die Bootsfahrt führt uns nun unter der Friedrichstraße (Weidendammer Brücke) die Spree entlang.


Friedrichstraße

Die Friedrichstraße ist wohl eine der bekanntesten Straßen des wiedervereinigten Berlins. Sie wurde nach dem Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg benannt, der den ursprünglichen Namen "Querstraße" mit folgenden Worten quittierte: "Was heißt hier Querstraße? Ein anständiger Name muss es sein – der meinige." Prominenteste Gebäude und Bauwerke der Friedrichstraße sind u. a. der Friedrichstadtpalast, Admiralspalast, Tränenpalast, das Denkmal von Frank Meisler für die Kindertransporte am Bahnhof, das internationale Handelszentrum, die Galerie Lafayette, der Checkpoint Charlie, das Mauermuseum und das Landesarbeitsamt, welches 1940 errichtet als Beispiel der NS-Monomentalarchitektur dienen kann.


Schiffbauerdamm

Im Berliner Ortsteil Mitte am rechten Spreeufer führt diese Bootstour am Schiffbauerdamm vorbei. Die Sehenswürdigkeit zeugt noch heute von der langen Tradition Berlins, als hier noch zahlreiche Schiffbauer ansässig waren. Von der Vielzahl der Gebäude blieben noch drei Bauwerke erhalten, die seit 1998 der Bundesrepublik gehören und die unter Denkmalschutz stehen. Die erhaltenen Bauwerke sind Zeugen der außergewöhnlichen Geschichte der Bundeshauptstadt und deren Traditionen. Bereits die Kurfürsten realisierten an diesem Ort ihre Pläne für den Schiffsbau. Am Schiffbauerdamm wurden später zahlreiche Kriegsschiffe gebaut. Erst spät wurde der Schiffbauerdamm dann mit prunkvollen Gebäuden ausgestattet, darunter auch architektonische Besonderheiten, die als besonders Sehenswert gelten. Heute sind die Gebäude fest vermietet. Das Verwaltungsgebäude wird vom Deutschen Bundestag genutzt, das Kesselhaus sowie die Maschinenhalle wurden langfristig an die Nachrichtenagentur Reuters sowie an den Fernsehsender RTL vermietet und auch der Nachrichtensender n-tv ist in den historischen Gebäuden zuhause. Die Bootsfahrt geht weiter Richtung Reichstag.


Reichstag

Kaum ein anderes Gebäude Deutschlands hat eine solch geschichtsträchtige Vergangenheit. Und auch die Gegenwart des Landes wird im Reichstag bestimmt. Das Gebäude im Ortsteil Tiergarten wurde zwischen 1884 und 1894 vom Architekten Paul Wallot errichtet. Der Neorenaissance-Stil hebt sich noch heute deutlich von allen anderen Gebäuden der Stadt ab. Bis 1918 war der Reichstag Sitz des Kaiserreichs, später tagte in diesem Gebäude das Parlament der Weimarer Republik. 1933 - vor dem zweiten Weltkrieg - durch Brandstiftung beschädigt, wurde es in den 1960er Jahren wiederhergestellt und in den 1990er Jahren abermals umgebaut. Auch heute noch werden die Geschicke des Landes von diesem Punkt Deutschlands aus gesteuert. Eine Besonderheit sind die künstlerischen Aktivitäten, die im Reichstag stattfinden. Nicht nur die berühmte Verhüllung des Reichstags durch den Verhüllungskünstler Christo ist eine kulturelle und künstlerische Besonderheit rund um das Gebäude. Auch viele verschiedene Skulpturen, Bilder und Kollagen wurden bereits im Gebäude ausgestellt. Zudem ist der Reichstag heute eine beliebte Sehenswürdigkeit und zieht mehrere Tausend Besucher jährlich an. Die Bootsfahrt geht weiter Richtung Regierungsviertel.


Regierungsviertel

Das Regierungsviertel, in den Stadtteilen Berlin-Tiergarten und Berlin-Mitte, ist eine besondere Sehenswürdigkeit. Zentraler Punkt ist das Reichstagsgebäude, das den Plenarsaal des deutschen Bundestags beheimatet. Zudem befinden sich rund um dieses historische Gebäude das Bundeskanzleramt sowie die Büros der deutschen Abgeordneten und die verschiedenen Sitzungssäle. Bundesministerien sowie der Bundesrat sind ebenfalls an diesem Ort zuhause, der bereits seit der Kaiserzeit eine besondere Bedeutung für das Land hat. Wurde ursprünglich nur der Reichstag genutzt, hat sich nach der Wiedervereinigung 1990 eine vollständig neue Nutzung ergeben, die bis heute in dieser Form erhalten blieb. Geldmangel war dabei der Auslöser dafür, dass keine neuen Gebäude errichtet wurden. Vielmehr galt es, die alten und historischen Bauwerke zu erhalten, sodass sie noch heute in ihrer ursprünglichen Form erhalten sind und einen Eindruck vom historischen Bild Berlins geben. Daher knüpft das Regierungsviertel direkt an die historischen Gegebenheiten an und erinnert noch heute an die Teilung Deutschlands sowie an das Dritte Reich. Unsere Bootstour geht weiter Richtung Hauptbahnhof.


Hauptbahnhof

Eine besondere Sehenswürdigkeit Berlins ist der Hauptbahnhof. Es handelt sich dabei nicht nur um den wichtigsten Bahnhof Berlins, sondern auch um den größten Turmbahnhof Europas. 300.000 Fahrgäste besteigen täglich die haltenden Züge, wodurch er der viertgrößte Personenbahnhof Deutschlands ist. Die Haltestelle ermöglichte nach seinem Bau die vollständige Neuordnung des Berliner Nahverkehrs. Und auch seine Bauweise ist einzigartig, weshalb er vom Verband "Allianz pro Schiene" im Jahr 2007 als "Bahnhof des Jahres" ausgezeichnet wurde. Rund 70.000 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Der Bahnhof ist allerdings nicht nur für Bahnreisende eine interessante Alternative. Auch zum Verweilen wurden zahlreiche Möglichkeiten geschaffen. Der Hauptbahnhof in Berlin bietet auf drei Etagen 15.000 Quadratmeter Einkaufsflächen. Mehr als 80 Geschäfte sind angesiedelt, darunter auch Bekleidungsgeschäfte sowie Wellness- und Gesundheitsunternehmen. Zudem sind zahlreiche Cafés integriert, die den Besucher zum Verweilen einladen. Nicht nur die Geschäfte machen den Bahnhof einzigartig. Seine Architektur ist eine Besonderheit. Es handelt sich um eine Stahl-Glas-Konstruktion. Ein fließendes Design, das auch Bahnübergänge überdacht. Die Gestaltung des Bahnhofs wurde 2008 mit einem Preis ausgezeichnet. Insgesamt ist der Bahnhof ein Gesamterlebnis und ein idealer Punkt für eine Stadtbesichtigung. Unsere Bootstour geht weiter Richtung Schloss Bellevue.


Schloss Bellevue

Das Schloss Bellevue ist sicherlich einer der bekanntesten Orte Deutschlands. Das prachtvolle Gebäude dient heute als Sitz des Bundespräsidenten, der von hier aus seine Amtsgeschäfte übernimmt. Am Nordrand des Stadtteils Tiergarten und in der unmittelbaren Nähe des Reichstags sowie der Siegessäule und dem Brandenburger Tor gelegen, bildet es einen Teil der Stadtbesichtigung. So bedeutungsvoll wie die heutige Funktion ist auch die Geschichte des Schlosses. 1786 errichtet war es zunächst der Sitz Ferdinands von Preußen. Damals war es noch ein Sommersitz und ist bis heute Zeuge des Prunks, der zur damaligen Zeit herrschte. Der frühklassizistische Stil ist heute eine Seltenheit und nur bei wenigen Bauwerken zu finden. Und auch als Lustschloss wurde das Bauwerk im 19. Jahrhundert genutzt. Heute imponiert das Schloss Bellevue nicht nur durch seine Nutzung. Auch der Baustil sowie der große parkähnliche Garten sind eine sehenswerte Besonderheit des Schlosses. Eine weitere Besonderheit findet sich im Inneren des Gebäudes. Es beherbergt zwei Räume, die noch immer im Stil der 1950er Jahre eingerichtet sind. Diese Zimmer sind noch vollständig im Original erhalten. Der Grund hierfür ist, dass sie unter Denkmalschutz stehen. Eine Ausstattung dieser Art ist nur noch im Schloss vorhanden. Obwohl eigentlich nicht öffentlich zugänglich, gibt es dennoch eine Möglichkeit der Besichtigung. Einmal jährlich werden die Besucher zu einem Tag der offenen Tür eingeladen und können dann das Schloss erleben. Hierfür stehen mehrere Führungen zur Verfügung. Unsere Bootsfahrt geht weiter Richtung Siegessäule.


Siegessäule

Die Siegessäule ist ein weltweit bekanntes Denkmal, das den Großen Tiergarten mitten in Berlin ziert. Ursprünglich als Nationaldenkmal des Einigungskrieges im 19. Jahrhundert errichtet, spielt die Säule heute noch eine große Rolle. Präsidenten wie Barrack Obama hielten vor der Säule bereits Reden, die weit über die Grenzen Deutschland hinaus beachtet wurden. Zugleich war die Siegessäule auch Schauplatz der Love-Parade sowie zahlreicher weiterer Veranstaltungen. Die große Bedeutung wird bereits dadurch unterstrichen, dass die Säule zu Beginn der 1990er Jahre Ziel eines Sprengstoffattentats war, das allerdings nur leichte Beschädigungen am historischen Bauwerk verursachte. Rund um das Denkmal, direkt in den Sockel gearbeitet, ist ein Relief zu finden, das an den Grund der Errichtung erinnert. Abgebildet sind historische Personen, darunter auch der Architekt des Bauwerks Heinrich Strack, der die Siegessäule anlässlich des Sieges Preußens über die Deutsch-Dänische Armee im Jahr 1871 konzipierte. Der Krieg bestand eigentlich aus drei Kriegen. Für jeden Sieg wurde ein eigenes Segment errichtet, sodass die ursprüngliche Siegessäule aus drei Segmenten besteht. Die Viktoria – die Figur an der Spitze der Siegessäule – bildet den krönenden Abschluss. Aufgrund seiner Bedeutung ist die Säule ein Teil der Straße der Monumente, die verschiedene bedeutende Orte und Sehenswürdigkeiten innerhalb Berlins miteinander verbindet. Unsere Bootsfahrt gehr weiter Richtung Hansaviertel.


Hansaviertel

Das Hansaviertel ist ein Bereich des Bezirks Berlin Mitte. Obwohl bereits im 19. Jahrhundert vorhanden, wird das Viertel von modernen Bauwerken geprägt. Das Hansaviertel wird dabei durch die Stadtbahn – die hier verläuft – in zwei verschiedene Teile zerlegt, die ungefähr die gleiche Größe aufweisen. Geprägt wird der Teil Berlins durch eine überwiegende Wohnbebauung und Gewerbe ist kaum vorhanden. Für Touristen ist das Viertel dennoch eine Attraktion. Am Hanseatenweg befindet sich die Akademie der Künste, die mit zahlreichen Veranstaltungen aufwartet. Daneben ist auch das Grips-Theater ein Höhepunkt. Das Theater begann zunächst ausschließlich mit Stücken für Kinder und Jugendliche. Erst 1980 wurden dann die ersten Stücke für Erwachsene aufgeführt. Rund 300 Spieltermine werden jährlich absolviert, die sich auf vier Stücke verteilen. Besonders bekannt ist das Theater für einige namhafte Schauspieler, die durch Fernsehengagements bundesweit populär sind wie Heinz Hoenig oder der Tatort-Kommissar Axel Prahl. Beliebt ist der Stadtabschnitt allerdings nicht nur wegen seiner offensichtlichen Attraktionen. Schon Albert Einstein besuchte die Synagoge des Stadtteils und zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wie Rosa Luxemburg oder Kurt Tucholsky fanden im Hansaviertel zeitweise eine Heimat. Aus diesen Umständen heraus werden Touristen regelmäßig in das Viertel geführt. Hier endet die Hauptroute entlang der Spree. Weitere Bootstouren folgen.